Mit starken Düften die Persönlichkeit ausdrücken

Über zweihundert neue Parfums kommen in diesem Herbst auf den Markt: Betörend schwere Düfte für den Mann, zuckersüsse Symphonien voller Blumen und Früchten für die Frau. Dahinter stecken Marktanalysen und ganze Konzepte, um dem Ego der Generation Y zu schmeicheln.
Parfumtrend copyright esther haldimann
Schwere Wolken von Pfeffer und warmen Gewürzen, orientalischen Hölzern und spritzigen Zitrusfrüchten hängen in Gängen und Aufzügen, so stark und intensiv, dass sie sogar durch Türen dringen. Ein Nachbar mag Diors neues Sauvage, dessen Duft nach Roten Beeren, Geranium, Lavendel und Patschuli über den Balkon herüber schwebt. Noch intensiver, noch tiefer, noch sinnlicher zieht ein Mann, der aus einem Bus steigt, die Umgebung in seinen Bann dank Yves Saint Laurents La Nuit de l’homme L’Intense. Weit süssere Blütendüfte versprühen die Frauen, pudrig unterlegtes Neroliöl aus bitteren Orangen (Elie Saab) oder ganze Symphonien aus Narzissen, Strohblumen, zarten Lindenblüten, süssem Flieder, feinen Akazien und aufdringlichen Mimosen. Auch um Schlemmernoten wie Vanille, Honig, Safran, Milchkaffee, Zimt oder Ahornsirup kommt in diesem Winter niemand herum.

Rosen aus Bulgarien, italienische Pflaumen…

Rechnet man alle von einem bereits bestehenden Parfum abgeleiteten Flanker und limitierten Sonderauflagen ein, kommen im Frühling und Herbst jeweils über zweihundert neue Parfums auf den Markt. Viele Parfümeure setzen den Damen in diesem Herbst allzu typisch feminine, süss-fruchtige Blumendüfte und den Männern einen betörenden Cocktail vor. Doch wer setzt diese Trends überhaupt fest? „Es hat sie schon immer … Lire la suite

Kenner wählen einen Natur Brut und Extra Brut

Der Eintrag ins UNESCO-Weltkulturerbe kommt der Champagne gelegen, denn der Absatz ihres berühmten Schaumweines stagniert, vor allem in Frankreich.

Der Champagner stellt nicht nur Sekt oder Prosecco in seinen Schatten. Ueberhaupt darf sich niemand der durch eine AOC geschützten Bezeichnung „Champagne“ bedienen. Sei es auch nur für die Benennung einer Schminkfarbe. Indem die UNESCO anfangs Juli in Bonn die „Côteaux, Maisons et Cuves“ der Champagne in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen hat, hebt die Organisation den einzigartigen Charakter des weltberühmten Schaumweines zusätzlich hervor. Eingetragen wurde das Champagnerland in der Kategorie „lebendige, sich weiterentwickelnde Kulturlandschaft“. In den gleichen Genuss kamen auch die Burgunder Weinbauparzellen. Für die Champagne entspricht diese Anerkennung dem Durchbruch eines seit acht Jahren geführten Vorstosses.

Dadurch dürfte der Weltruf des prickelnden Schaumweines weiter schwellen. Die Champagnerhäuser behaupten zwar, ihr Umsatz werde kaum mit den Weintouristen vor Ort, sondern im Export erzielt. Dieser Eintrag in der Liste des Weltkulturerbes kommt ihnen dennoch gelegen, denn der Absatz dieses für festliche und erfolgreiche Momente unumgänglichen Weines nimmt in den letzten Jahren ab. Freilich konnten die Champagnerhäuser, – winzer und Kooperativen 2014 rund zwei Millionen mehr Flaschen als im Vorjahr absetzen, 2013 war jedoch … Lire la suite

Im Brennpunkt: Frankreichs Muslime rufen zur Einheit auf

Unschuldig gedemütigt fühlen sich Frankreichs Muslime nach den blutigen Terroranschlägen in Paris. Wie alle haben sie Angst vor weiteren Attentaten, aber auch Angst vor Diskriminierung und Beschimpfung. Obwohl sich Muslimen unter den Opfern befinden, ist es bereits zu tätlichen Angriffen gekommen. Das war ein Ziel der Terroristen: Die Bevölkerung gegeneinander aufwiegeln, um die Demokratie ins Wanken zu bringen.

„Eine Frau hat mir ins Gesicht gespuckt“, flüstert Rachida beschämt auf dem Markt im arabischen Viertel bei der Metrostation Couronnes. Nicht nur wegen des strömenden Regens erledigt die vierzigjährige Muslimin ihre Einkäufe blitzschnell. Wie alle Franzosen hat sie Angst vor weiteren Anschlägen. Das Gesicht vorn übergeneigt fürchtet sie sich auch davor, eines Tages aus Frankreich ausgewiesen zu werden. Dabei sei sie doch in Frankreich geboren, eine Hiesige. Tatsächlich hat François Hollande am Montag nach den Anschlägen vor den versammelten Parlamentariern eine Änderung der Verfassung angedeutet, die ins Auge fasst, im Land geborenen Doppelbürgern die französische Staatsbürgerschaft zu entziehen. Damit sind allerdings die Terroristen gemeint. Ausserdem bezweifeln Verfassungsspezialisten, dass eine solche Massnahme mit dem Grundrecht auf Gleichheit aller Franzosen vereinbar wäre. „Wir haben mit den Terroristen nichts zu tun. Das sind keine Menschen, sondern Barbaren“, betont Taoufik, Geschäftsführer eines Internetcafés im gleichen Viertel. Die gut informierten Parisiens machten klar den Unterschied zwischen den radikalisierten Terroristen und der muslimischen Gemeinschaft, beobachtet er.

In der Provinz ist dies nicht überall der Fall. Seit den Attentaten vom 13. November ist es… Lire la suite

Ségolène Royal geniesst die neue Macht

Wie eine First Lady empfängt sie an François Hollandes Seite das spanische Königspaar im Elyseepalast. Ob an der UNO in New York, während einer Staatsvisite in Marokko oder der Eröffnung des Musée de l’Homme in Paris, nie fehlt Umweltministerin Ségolène Royal. Seit Hollande offiziell als alleinstehend gilt, geniesst seine Ex-Lebenspartnerin ihre neue Macht. Und der Präsident ihre Komplizenschaft.

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„Ich zähle auf Euch, damit Ihr Eure Initiativen beschleunigt“, ruft Ségolène Royal strahlend all den Vertretern aus Frankreichs Regionen zu, die sich an diesem Montagmittag ins Umweltministerium in Paris begeben haben. Adrett in einen Hosentailleur mit Leopardenmuster gekleidet, zeichnet die 62jährige die besten ökologischen Projekte mit je 500 000 Euros aus, damit „die Territorien vorankommen, das Land vorankommt, der Planet vorankommt“. Trotz ihrer legendären, schwarzen Pumps mit Spitzabsatz sorgt Frankreichs charmanteste Politikerin für Tempo. Kaum war ihr Gesetz zur Energiewende verabschiedet,… Lire la suite