Giorgio Armani verzichtet auf Pelze

Das Alter macht bekanntlich weise. Giorgio Armani (85) trifft einen für die Highfashion wegweisenden Entscheid: Der italienische Modedesigner hat bekanntgegeben, keine Pelze und Tierhäute mehr zu verwenden, die von absichtlich dafür gezüchteten oder gejagten Tieren stammen.

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Dazu zählen Nerz, Fuchs, Waschbär, Biber und Kaninchen,  In Zusammenarbeit mit der internationalen Tierschutzorganisation Fur Free Alliance will Armani ab der nächsten Herbst-Winter-Kollektion aber überhaupt auf alle Häute und Pelze verzichten, die nicht von gerecht gehaltenen Tieren stammen, die für den Fleischkonsum geschlachtet werden. Armani will deshalb in Zukunft nur noch Wolle von geschorenen Schafen und Alpakas einsetzen, die nicht von Neugeborenen oder trächtigen Tieren stammen.

Denn es gäbe heute genügend Alternativen, meint der Modeschöpfer in einer Medienmitteilung: « Der in den letzten Jahren erreichte technologische Fortschritt stellt uns gesunde Alternativen zur Verfügung, die den Rückgriff auf grausame Verfahren unnötig machen. Mein Unternehmen geht damit einen Schritt voraus ». Den Einsatz von Leder und Fell von Kuh, Ziegen und Pferden schliesst Armani allerdings nicht aus.

Mehr dazu: alive.armani.com/en/pages/politica-del-gruppo-armani-per-la-sostenibilita-e-responsabilita-sociale/fur-free-policy/

Oder:  http://www.furfreealliance.com/

 

 

Thierry Marx: Der sozialste Spitzenkoch kommt nach Genf

Vom 12 bis 16. April könnte sich eine Fahrt nach Genf lohnen: Der populärste Chefkoch Frankreichs Thierry Marx gibt im Restaurant Café Calla des Hotels Mandarin Oriental während vier Tagen seine originelle Kochkunst zum Besten. 

Thierry-MarxCopyright Mandarin Oriental

Sein Hang zur Molekulargastronome kommt in den Texturen, Formen und Farben seiner asiatisch beeinflussten französischen Kochkunst zum Ausdruck, in die Thierry Marx (53) durchaus Nahrungsmittel aus biologischem Anbau einfliessen lässt. Vorwärtsstreben ohne die Herkunft zu vergessen, ist die Devise des Spitzenkochs, der … Lire la suite

Marseille – 2600 Jahre Handel und Seefahrt

Mit ihren 800 000 Einwohnern ist Marseille die zweitgrösste Stadt Frankreichs und mit einer Fläche von 240 Quadratkilometern doppelt so gross wie Paris. Die zwei Metropolen unterscheiden sich derart, dass man sie gar nicht vergleichen kann. Hat das mit dem Meer, dem Hafen zu tun? Mit den Menschen, die seit 2600 Jahren vor allem mit den Mittelmeerkulturen verschmelzen, Seehandel treiben und Fremde mit offenen Armen empfangen?

Marseilles Blautöne2 Der Panier ist heute eines der populärsten Quartiere von Marseille. Es liegt genau auf dem Hügel oberhalb des alten Hafens, den der Phokäer Protis vor 2600 Jahren hochgestiegen sein soll nachdem er während seiner Expeditionsfahrt hier angelegt hatte. (Bild eeh)

Protis’ Ankunft

Gemäss Legende ist Marseille die Frucht einer Liebe zwischen einer Einheimischen und einem Fremden. Die aus Kleinasien stammenden Griechen, die Phokäer, errichteten 600 v. Chr. zwischen dem westlicher, im Languedoc gelegenen Agde, und Marseille mehrere Handelsniederlassungen. Bevor sie am Hügel vor Marseille aufkreutzen, hatten sich dort Ligurenstämme und eingewanderte Kelten niedergelassen. Der Phokäer Protis legte mit seinem Expeditionsschiff in der schmalen Bucht an und stieg den felsigen Hügel hinauf, um Nann die Ehre zu erweisen. Noch am gleichen Abend gab dieser Ligurenkönig ein Fest. Seine Tochter Gyptis soll vor Protis getanzt und ihm ein Pfand überreicht haben. So kam Protis über Nacht zu einer fremden Frau und dem Recht zur Gründung Massalias.

Diese Geschichte passt zu den geschwätzigen Marseillern.  Auf jeden Fall waren die Seefahrer aus Kleinasien keine Eroberer, sondern… Lire la suite

Die Highfashion gerät aus den Fugen

Macht es noch Sinn, Winterkleider im Frühling zu zeigen? Die Modedesigner aus den USA überrumpeln die Europäer mit ihrem „ready-to-buy“.

Heute wollen die Fashionvictims sofort kaufen, was sie sehen. Das meint zumindest New York, wo der Modemarathon mit der kommenden Herbst- und Wintermode vor drei Wochen begonnen hat. Mailand und London folgten. Bis gestern sind in Paris 92 Modeschauen gelaufen, wo der amerikanische Vorstoss einem Erdbeben gleichkommt. Schliesslich war bisher alles bestens eingespielt. Die Damenmode wird jeweils im März und Oktober, fünf Monate vor Saisonbeginn präsentiert. „Die junge Kundschaft will nicht mehr warten. Sie wollen noch am gleichen Tag oder tags darauf tragen, was sie sehen“, übertrieb Tommy Hilfiger an der New Yorker Fashionweek. Er gab aber an, nächstes Jahr seinen Betriebsfahrplan entsprechend umzustellen. Wie genau, weiss noch niemand. Nur eines ist sicher: Die schon immer kommerzieller waltenden amerikanischen Labels wollen keine grossen Shows mehr inszenieren, die keinen unverzüglichen Gewinn abwerfen. Der Texaner Tom Ford hat diesmal sogar gepasst und will … Lire la suite

Im Dschungel von Calais

In Calais versickern die Migrantenträume im Schlamm. Rund 4000 Menschen harren im erbärmlichsten Flüchtlingslager Europas aus, dem „Dschungel“. Sie alle haben von einem besseren Leben in Grossbritannien geträumt, kämpfen nun aber gegen Kälte, Krankheit und Resignation. Denn England lässt niemanden mehr hinein.

Im Dschungelcopyright esther haldimann

Schon am TGV-Bahnhof von Calais stehen zwei Polizisten. Sie mustern scharf die wenigen Fahrgäste, die hier, rund 4 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, in einer Art Niemandsland aussteigen. Früher war die 72 520 Einwohner zählende Kleinstadt für ihre Fähre nach Dover und die zarte Calais Spitze berühmt. Heute besitzt sie den schlechten Ruf der Endstation Tausender Migranten aus dem Nahen Osten und Afrika. Nur wenigen ist es gelungen, sich in Lastwagen zu verstecken, illegal ein Schiff zu besteigen oder sich durch den Tunnel des Eurostars unter dem Meer hindurch auf den Weg zu machen. Viele haben ihr Leben riskiert und es auch verloren. Seit je her gilt England als Einwanderungseldorado. Mit der aktuellen Migrantenwelle treffen deshalb laufend weitere Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak an diesem nördlichen Zipfel Frankreichs ein, um ein besseres Leben im Vereinten Königreich in Angriff zu nehmen. Doch im letzten Sommer haben Frankreich und England gemeinsam ein … Lire la suite