Fillon neuer Favorit der konservativen Franzosen

Dank einer unglaublichen Dynamik ist es François Fillon gelungen, Nicolas Sarkozy aus dem Vorwahlkampf zu eliminieren. Der zweitplatzierte Alain Juppé besitzt nur noch wenige Chance, um die Präsidentschaftskandidatur in der Endrunde vom nächsten Wochenende zu gewinnen.

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Fillons Aufholjagd der letzten Tage gleicht seinem Hobby: Der erzkonservative Politiker und Rallyfahrer hat seit der TV-Debatte vom letzten Donnerstag alle überholt. Fast 45 Prozent der konservativen Wähler haben für ihn gestimmt. Der Favorit Alain Juppé holte einen überraschend kleinen Stimmenanteil von 28 Prozent und Nicolas Sarkozy muss mit 22 % aufgeben. « Ich habe meine Werte und Ueberzeugungen verteidigt, habe es aber nicht geschafft, die Mehrheit zu überzeugen », meinte dieser gestern enttäuscht nach der Bekanntgabe der Resultate. Zu seinem Nachteil haben sich rund vier Millionen Franzosen an der Vorwahl um die Präsidentschaftskandidatur der französischen Konservativen beteiligt. Ein Paradox, denn … Lire la suite

Einmal mehr Sarkozy?

An den nächsten beiden Wochenenden bestimmen die Franzosen ihren konservativen Präsidentschaftskandidaten. Juppé, Sarkozy, Fillon – alle drei Favoriten sind altbekannte Politiker, die alle versprechen, Frankreichs Finanzen, Image und Sicherheit aufzupolieren.

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Steuersenkungen, massiver Stellenabbau im öffentlichen Sektor, Erhöhung des Rentenalters, Abschaffung der umstrittenen 35-Stundenwoche: Da sich die Regierungsprogramme der sieben konservativen Präsidentschaftsbewerber stark ähneln, werden ihre Charismen sowie ihre Sicherheits- und Immigrationspolitik entscheidend sein. Nur die einzige Frau im Rennen, Ex-Umweltministerin Nathalie Kosciusko-Morizet, besitzt progressive Ideen, jedoch keine Chancen, den Vorwahlkampf zu gewinnen. Alle drei Favoriten sind Alt-Gaullisten und gehören der von Nicolas Sarkozy neugegründeten Partei Les Républicains (LR) an. Alle drei scheiterten 2012 nachdem … Lire la suite

Diors neue Powerfrau

Mit Maria Grazia Chiuri entwirft erstmals eine Frau Christian Diors Damenmode. Als Feministin, Karrierefrau und Mutter emanzipiert die Römerin das französische Traditionshaus. 

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John Gallianos fristlose Entlassung vor fünf Jahren, das folgende Jahr ohne Chefdesigner und schliesslich Raf Simons überraschender Rücktritt im Sommer 2015 haben an Diors Image gezerrt: Umsatz und Reingewinn des weltbekannten Labels stagnieren diesen Herbst zum ersten Mal seit langem. Dafür macht die Direktion allerdings den Rückgang der Pariser Kundschaft wegen der Attentate verantwortlich. Dass die einst hippeste Modemarke an Glanz verloren hat, untermauert jedoch eine während der Pariser Fashionweek anfangs Oktober unter den Französinnen durchgeführte Umfrage: Das „Lieblingslabel Dior“ steht erst an vierter Stelle, hinter Chanel, Saint Laurent und sogar Chloé. Jetzt aber entfacht Maria Grazia Chiuri an der Avenue Montaigne eine neue Ära. Doch wer ist die 52jährige Powerfrau, deren kohlenschwarze Augen funkeln, … Lire la suite

Bis in alle Ewigkeit

Pompös, bescheiden oder mit inniger Zuneigung geziert: Die Gräber auf dem ältesten Tierfriedhof der Welt erzählen in Paris illustre und ehrvolle Geschichten der Freundschaft zwischen Mensch und Tier. 

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Das monumentale Eingangsportal ist bereits von der Metro aus zu erkennen, die am nördlichen Stadtrand aus Paris über die Seine zischt. Auf der einstigen Ile des Ravageurs (Insel der Schädlinge) hantierten im 19. Jahrhundert die Lumpensammler. 1898 aber gewährte das französische Gesetz den Tierfreunden das Recht, ihre verstorbenen Vierbeiner zu begraben, allerdings nur sofern sich deren letzte Ruhestätte mindestens hundert Meter von einer Wohnzone befindet. Die Seine-Insel zwischen Paris und dem Dorf Asnières-sur-Seine erfüllte diese Bedingung, weshalb einem Tierfriedhof nichts mehr im Wege stand: Marguerite Durand (1864-1936) ergriff die Gelegenheit beim Schopf, denn die elegante und nachdenkliche Feministin hat nicht nur die Zeitung „La Fronde“ und eine Bibliothek der Frauenbewegung gegründet. Als Reiterin war sie ebenfalls eine grosse Tierliebhaberin und kaufte zusammen mit dem Publizisten Georges Harmois die Hälfte der Ile des Ravageurs, wo die beiden 1899 den weltweit überhaupt ersten „Friedhof für Hunde und andere Haustiere“ eröffnet haben. Frisch renoviert dient der fünf Meter hohe, imposante Originaleingang mit Schmideisen und Fresken heute nur noch der Zierde. Der Weisse Schäferhund Ghost (Gespenst) hütet das aktuelle, … Lire la suite