Fittness-Insel Oléron

Auf Frankreichs grösster Atlantikinsel braucht man kein Auto. Ein 150 Kilometer langes Radwegenetz erlaubt freie Fahrt durch Wälder und Felder, entlang der Sandstrände und der Salzkanäle. Kultur, Kulinarik und ausgefallene Sportarten lassen sich am Wegesrand entdecken.

 

Als Nachbarin der noblen, romantischen Ile de Ré gilt die Oléron-Insel als die Wilde, die Aktive. Das steht ihr gut. Viele Lebenskünstler, aber auch regelrechte Künstler leben zwischen den alten, bunten Fischerhütten, die heute als Ateliers dienen. Nicht nur Yves Saint Laurents einstiger Lebens- und Geschäftspartner Pierre Bergé stammt aus Oléron. Zahlreiche Landwirte, Weinbauern, Handwerker und 300 Fischer bewohnen heute das 171 km2 grosse Eiland gegenüber La Rochelle und Rochefort im atlantischen Ozean. Obwohl Frankreichs zweitlängste, älteste Strassenbrücke vom Festland Aquitaniens hinüber führt, braucht man kein Auto auf der… Lire la suite

Keine Frau für Frankreich

Ist Frankreich überhaupt für eine Präsidentin reif? Die Frage stellt sich heute nicht, denn Marine Le Pen vertritt nicht die Frauen sondern ihren Clan und besitzt kein eigentliches Regierungsprogramm.

Vor dem ersten Wahldurchgang befanden sich unter den elf Präsidentschaftskandidaten nur zwei Frauen: Die Trotzkistin Nathalie Arthaud, die mit dem winzigen Stimmenanteil von 0,6 % ausgeschieden ist, und Marine Le Pen. Trotz ihrer Qualifikation für die Stichwahl vom nächsten Sonntag dürfte die schlagfertige Präsidentin des Front National dem Favoriten Emmanuel Macron erliegen. Rund 60 Prozent des französischen Stimmvolkes gibt an, für ihn zu stimmen. Schon 2007, als Ségolène Royal nur knapp an Nicolas Sarkozy scheiterte, war Simone de Beauvoirs Feministenland noch nicht für eine Präsidentin reif. Royals Niederlage war vor zehn Jahren nicht auf ihre Vorstellung einer modernen Demokratie zurückzuführen. Der von ihr damals erstmals eingeführte, direkte Austausch mit der Bevölkerung hat Ex-Wirtschaftsminister Macron zur Ausarbeitung seines Regierungsprogramms übernommen. Auch seine Idee, aus dem traditionellen Parteisystem auszubrechen und seine Bewegung „La Marche!“ mit Leuten zwischen der rechten und linken Mitte zu bilden, könnte eigentlich von einer Frau stammen, die bekanntlich von Natur aus lieber auf Kompromisse eingeht als von oben herab ihre Politik diktiert.  Mit der Äusserung „Ich bin Feminist, denn ich glaube an die Andersartigkeit, und die wahre Andersartigkeit für einen Mann ist die Frau“ beweist François Hollandes ehemaliger Berater wohl sein Feingefühl. Doch auch der parteilose Macron hat die Macht an sich gerissen wie es sich Frankreichs Politiker seit Jahr und Tag erlauben.

Seit Royals Popularität kamen Frankreichs Politikerinnen weder bei den Sozialisten noch bei den Konservativen zu einflussreichen Positionen. Zwar besitzt Paris mit Anne Hidalgo eine Stadtpräsidentin, und Lire la suite