Von der Piste in die Bar

Für das Auffallen auf der Piste ist gesorgt: Noch nie haben grosse Modedesigner eine derart kreativ und technisch hochstehende Skimode entworfen wie diesen Winter.

Skioverall Bogner

In St. Moritz, Gstaad oder dem bescheideneren Adelboden hat man schon immer gerne angegeben, sei es mit einem eleganten Kurzschwung oder im aktuellsten Skidress. In der Weite der weissen Piste wollen wir alle eine gute Figur abgeben. Bogners Keilhose war in den Fifties der erste bleibende Gag der Pistenmode. Die Coolness in Oversize der ersten Snowboarder der 1990er Jahre vermischt sich heute

Bogner

mit der Forschung nach den idealsten Textilien der letzten Jahrzehnte: Hohe Funktionalität und Highfashion-Design. Zwar hat Hermès schon in den 1930er Jahren und Karl Lagerfeld bei Chanel vor einem Jahrzehnt ein Outfit für die Piste vorgeschlagen, der Winter 2019/2020 ist jedoch rein visuell das Schönste, was je geboten worden ist. Namhafte Designer mischen mit, um uns auf der Piste einen grossen Jahrgang  zu bescheren.

Die kleingewobenen ethnischen Muster von Monclers Jacken liefern ein völlig neues Pistengefühl, vor allem zu den modischen Trompetenhosen; quasi von der Stadt auf die Piste und flugs in die Bar. „Alpine Clubbing“ heisst denn auch Bogners verrückte Sonderkollektion, die sich an den Clubbern von St. Moritz inspiriert. Die Kapsel habe das Ziel, den Wunsch der Kundin zu erfüllen, die nicht nur im Alltag, sondern auch auf der Piste auffallen und die Marke zeigen wolle ohne auf die hohe Funktionalität zu verzichten. Das traditionelle Skisportlabel aus München, das jahrzehntelang die deutsche Nationalmannschaft eingekleidet hat, will gegenwärtig sein Image verjüngen. Deshalb zeigt Bogner an der Berliner Fashionweek nicht nur seine Qualitätssachen, sondern auch freche Showeffekte wie Miniröcke im Schnee zu silbern schimmernden Gamaschen. Aber auch echt skitüchtige Designermodelle werden geboten, etwa der leuchtgelbe Retro-Overall, der die schlanke Silhouette der Schweizer Skirennfahrerin Doris de Agostini heraufbeschwört.

Mit seinem Retro 1960/1970 schafft auch Monclers Chefdesigner Sandro Mandrino eine sehr hype Highfashion-Skimode. Performanz, Technik, Komfort und Leichtigkeit standen zwar für den Italiener, der eine technische Ausbildung besitzt, im Vordergrund, doch auch seine Kreativität kennt keine Grenzen: Die  Fransen seines Blousons Orbeillaz mit hohem Stehkragen entführt in die Rocky Mountains. Verträumte Stickereien von Sternen und Monden zaubern das Himmelszelt auf die enge, nur am Schulterblatt und der Brust sexy ausgeschnittene Trägerskihose. Skandinavische Motive in süssen Farben oder Blumenprints ergänzen diese Grenoble-Kollektion, die sich tatsächlich für die Piste eignet: Die mit Daunen wattierten Jacken bestehen aus technischem, lackierten Nylon, sind wasserabweisend und atmungsaktiv oder besitzen die notwendigen Taschen für Skipass sowie Handy, ergänzt mit Kabelöffnungen aus Silikon.

Haute-Couture im Schnee

An Moncler’s Genius-Kollektionen, die keine eigentliche Ski- sondern Wintermode darstellen, hat sich sogar Valentinos Chefdesigner Pier Paolo Piccioli beteiligt: Seine weitschwingenden, wattierten, bodenlangen Röcke zu engen Jacken mit Puffärmeln, deren Kapuzen wie Hauben wirken, sind pistenuntauglich, werden jedoch in Courchevel für die gesuchte Aufmerksamkeit sorgen. Dass sich nun auch der Superluxus für den Wintersport interessiert, hat nicht nur mit der Pflege des Egos, sondern auch mit den Marktprognosen zu tun. Denn laut den Börsenberichten wird der Umsatz der Sportmode bis 2023 jährlich um 8 Prozent zunehmen. Mc Kinsey bezeichnet den Sportswear sogar als das Segment mit dem höchsten Wachstumspotential. Aber: „Nur Marken, die den Zeitgeist wiederspiegeln oder den Mut haben, sich neu zu interpretieren, werden mithalten können“.

Urban inspiriert

Templa x Raf Simons

„Raf Simons besitzt ein besonderes Flair für den Zeitgeist, und heute besteht eine grosse Nachfrage nach Outerwear, das Technik und Design vereint“, stellt Rob Maniscalco am Telefon in Melbourne fest. Der Chefdesigner des jungen Labels Templa mit Sitz in Melbourne und Antwerpen hat eng mit dem Topdesigner Raf Simons zusammengearbeitet, um mit der Linie „Templa x Raf Simons“ des Belgiers erste Skiwear zu realisieren. Rafs grosszügiger Stil, weiter, geometrischer Silhouetten, ist sofort erkennbar, ein Outfit für die Piste, das schützt und den aktuellen urbanen Schick besitzt. Die aus nachhaltigen Materialen geschnittene Kollektion garantiert einen hohen Komfort. Ob bei Moncler oder Templa, solche Designermodelle kosten allerdings spielend zweitausend Euros.

Das Angebot richtet sich denn auch an den Grossteil der Luxuskunden, die  jungen und vermögenden Millenniums,

Prada

 

die den neuen, urbanen Lifestyle der ständigen Bewegung pflegen. Deshalb springt auch Miuccia Prada in die Bresche: Ihre Linea Rossa ist Pradas dritte Kollektion sogenannter Funktionssachen, die diesen Winter sogar den Tenor der  Hauptkollektion angeben. Sie wiederspiegeln Travel, Speed, Dynamik und Energie, ob in der Großstadt oder auf der Piste. Aus Goretex und recycelten Materialien bequem geschnitten, gibt das Mailänder Modehaus deshalb auch ein perfektes, zwar sehr schlichtes, aber umso funktionstüchtigeres Skioutfit heraus, bestehend aus Jacke, Hose und Pulli, bis hin zu Helm und taktilen Handschuhen. Eine hochqualitative Skiausrüstung mit Raffinesse: Das eingeklebte Taschentuch fängt den berüchtigten Nasentropfen während der Fahrt auf. Die gummierten Reißverschlüsse lassen keine Feuchtigkeit eindringen. Und da man heute auf der Skipiste eher schwitzt als friert, kann man Pradas Tenues an den Oberschenkeln und –armen blitzschnell öffnen, um für Durchzug zu sorgen.

 

Bilder: zvg

Fashionweek Paris: Kaiser Karls letzte Kollektion

Die Fashionweek von Paris endete am letzten Dienstag mit Karl Lagerfelds letzter Kollektion für Chanel. Überzeichnete Proportionen, eine dunkle Eleganz gemischt mit grellen Farben machen die Mode des nächsten Herbstes zum Spiel mit dem Kontrast.

copyright Kenzo Barzucchetti

Ein letztes Mal konnten die geladenen Gäste Karl Lagerfelds Modelle unter dem hohen Glasdach des Grand Palais entdecken, in einer dieser grossartigen Inszenierungen, für die der Verstorbene das Flair hatte. Kunstschnee, lebensgrosse Chalets und verschneite Berggipfel verwandelten diesmal den Grand Palais für seine letzte Kollektion „Chanel in the Snow“ in eine märchenhafte Wintersportstation.

Bevor es aber losging, hielten die Gäste bedrückt eine Schweigeminute. Dann erklang Karls Stimme, die in seinem typischen Zungenschlag erklärte, warum er vor 36 Jahren bei Chanel eingestiegen sei: „Damals hauchte man Marken noch kein neues Leben ein. Für mich hatte Coco eine faszinierende Persönlichkeit“. Ja, der Deutsche war so faszinierend wie Gabrielle Chanel alias Coco, die das Modehaus vor rund 100 Jahren eröffnet hatte. Dass er auch menschlich eine grosse Lücke reisst, bewiesen die nicht immer zurückgehaltenen Tränen seiner langjährigen Models, obwohl man ihnen hinter den Kulissen befohlen hatte, ihre emotionale Trauer in positive Energie umzuwandeln.

Das ist ganz im Sinne Karls. Der grosse Abwesende hat mit seinen XL-Mänteln in riesigem Hahnentrittmuster und extrem weiten, bodenlangen, bequemen Tweedhosen einmal mehr den Zeitgeist der übertriebenen Proportionen getroffen. Mit David Bowies mitreissendem „Heroes“ endete die Präsentation. Gähnend leer blieb der Ausgang des Backstage-Bereiches während einiger Sekunden. Dort ist der Modeschöpfer jeweils in seinem steifen Gang erschienen. Diesmal grüsste seine langjährige Mitarbeiterin und Nachfolgerin Virginie Viard schliesslich nur kurz, bevor sie in Tränen ausbrach.

So richtig parisisch

Obwohl Karls Ära nun abgeschlossen ist, lebt seine prägnante schwarz-weisse Silhouette und Cocos Sinn für den Tragkomfort weiter. Nicht nur bei Chanel. Viele fluide schwarz-weisse Modelle besitzen in Balmains Kollektion genau diesen Stil und Hedi Slimane, der Karl sehr geschätzt hat, zeigte für Celine mit Goldlitzen eingerahmte Tweedjacken, wie Coco sie einst getragen hatte.  Überhaupt ist dem 50jährigen Stardesigner eine seiner besten Kollektionen gelungen. Diesmal entwarf der sonst so rockige Modemacher eine echt parisische Kollektion mit langbeinigen Silhouetten dank engen Hosen und hohen Stiefeln, Hosenjupes und den legendären, wadenlangen, kleinkarierten Röcken wie sie alle Frauen in den Seventies getragen hatten. Auch Demna Gvasalia hat die vermeintliche Nonchalance der Parisienne inspiriert: „Das sind die Bewohnerinnen, die ich auf der Strasse sehe“, meinte er nach seiner Show bei Balenciaga, wo er hochgestellte Revers und dicke Jacken völlig disproportioniert hat. Denn er sieht nicht nur die elegante Dame in den schicken Stadtvierteln, sondern die urbane Jugend in den Banlieues, wo sich sein Atelier befindet.

Kuriose Kreaturen

Klar sind auf den Laufstegen der Fashionweeks solche Visionen der hochkarätigen Modedesigner immer etwas zu zugespitzt. Und dennoch fliesst der Haupttenor oder ein kleines Detail in den Mainstream: irgendein Kleidungsstück des nächsten Herbst- und Winterlooks muss deshalb überdimensional und wuchtig sein. Dieses Spiel mit den Volumen treibt Comme des Garçons mit regelrechten Kugelröcken, Hosenbeinen so dick wie Schinken oder breiten Lederschulterpatten und riesigen Ohrlappen zu weit. Alles in schwarz. Das ergibt kuriose Kreaturen zwischen Punk, Dschihad und Sexyness in Netzstrümpfen.

Neue Designer

Nina Riccis neue Designer Rushemy Botter (33) und Lisi Herrebrugh (29) spielen ebenso mit den Volumen, möbeln das altbekannte Label aber mit einem schlichten Minimalismus auf. Die Minikleider der beiden Holländer, die auch privat ein Paar sind, bestehen nur aus einem Rechteck, das durch einen Tüllrausch verbreitert wird. Auch Lanvin, dem ältesten französischen Modehaus, muss der neueingestellte Chefdesigner Bruno Sialelli neues Leben einhauchen. Denn seit dem niederschmetternden Ausstieg im Jahre 2015 von Lanvins ehemaligem Stardesigner Alber Elbaz ist es keinem seiner Nachfolger gelungen, an dessen Erfolg anzuknüpfen. Sialelli liefert nun eine bequeme Tagesgarderobe in sehr fluiden, langen Silhouetten wie sie Jeanne Lanvin in den 1910er Jahren verwirklicht hat.  Denn es geht nicht nur um Opulenz, sondern um proportionale Kontraste: Bei Lanvin werden die goldenen Maschenkleider und Pullis hauteng getragen; Christian Dior betont die Taille der schwingenden Röcke.

Aus dem Dunkeln ins Neonlicht

Hell- und Königsblau, Knallrot und Lila ergänzen die mehrheitlich sehr dunkel gehaltenen Kollektionen. Schwarz sowie erdige oder bläulich-grüne Wassertöne wiederspiegeln unseren unheimlichen Zeitgeist. Doch dass man den Weg aus der verbalen Gewalt und den politischen Machtspielen finden muss, beweisen die Modedesigner mit ein paar ganz bunten Modellen. Vor allem Nicolas Guesquière führt bei Louis Vuitton aus der Dunkelheit ins Licht  mit den starken Farben und Mustern eines Piet Mondrians. Bei Saint Laurent leuchten die Kugelpelzmäntel und Stilettos in Neonfarben. Und Balenciagas Frau wirkt im hautengen Pinkpulli wie eine virtuelle Skulptur.

Keine Rente für Modedesigner

Die Show ihres Lebens darf nie abbrechen. In Pension zu gehen, ist unter Modeschöpfern unvorstellbar. Trotz mehr als 80 Lenzen bleiben Lagerfeld, Cardin oder Armani im Modegeschäft omnipräsent.

Einige Veteranen, allen voran Karl Lagerfeld (83) und Giorgio Armani (82) haben an den Fashionweeks noch immer das Sagen oder klammern sich wie Pierre Cardin (94), Paul Smith (70) oder Agnès b. (75) an ihr sagenhaftes Metier. Trotz schlohweissem Haar und sympathischen Fältchen darf in diesem Milieu keinesfalls von Greisen die Rede sein. Wie Ikonen werden Kaiser Karl oder König Giorgio vergöttert. Sie halten sich wie Politiker an der Macht fest, weil der faszinierende Puls ihres mondänen Lebens durch den hoch kreativen, weltumspannenden Beruf beherrscht wird. Arbeit sei das nicht. „Sondern Freude und Ausgleich“ für Agnès b., die in den 1970er Jahren den Druckknopf-Cardigan erfunden hat. An der Pariser Fashionweek dieser Woche ist die fünffache Mutter, mehrfache Grossmutter und Urgrossmutter einmal mehr dabei, obwohl sich ihre Kollektionen seit Jahren ähneln. „Solange ich mich amüsiere, höre ich nicht auf“, betont ebenso Lagerfeld … Lire la suite

Kreativdirektor – ein Genie des vernetzten Denkens

In zähen Verhandlungen buhlen die französischen Modehäuser um die weltbesten Chefdesigner. Saint Laurent hat blitzschnell Hedi Slimane ersetzt. Diors Damenabteilung hingegen bleibt weiterhin verwaist.

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Früher entwarf ein Yves Saint Laurent eigenhändig seine Kollektionen allein vor dem weissen Blatt – heute ist der Kreativdirektor längst kein Solist mehr, sondern ein Dirigent, der seinem Team angibt, was es zu zeichnen hat. Er schleift überhaupt am ganzen Image einer Marke. Er muss eine starke Vision besitzen und sich dennoch in die manchmal fast hundertjährige Geschichte eines weltberühmten Traditionshauses einbetten. Diese Auffrischung des globalen Eindruckes ist Hedi Slimane (47) bei Yves Saint Laurent binnen vierer Jahre gelungen. Sogar weit weg vom Pariser Firmensitz, in Los Angeles, hielt das sensible Wunderkind der Modeszene … Lire la suite

Chanel – Genial und gigantisch

Gabrielle « Coco » Chanel (1883-1971) hatte im Grunde im Waisenhaus nähen gelernt, doch das verschwieg sie ihr Leben lang. Die schwarzen Gewänder und die weissen Krägen der Nonnen haben die Couturiere jedoch während ihres ganzen langen Lebens geprägt: Schwarz-Weiss ist noch heute das Wahrzeichen der Marke. Ein Aristokrat und Offizier, Etienne Balsam, führte die bildhübsche, zwanzigjährige, zur Schneiderin ausgebildete Frau in der Pariser High Society der Belle Epoque ein. Nachdem sie erste Erfolge mit ihren Hüten verzeichnen konnte, half ihr der Engländer Arthur Capel alias « Boy » einen ersten Laden am Boulevard Malesherbes zu eröffnen. Mit ihm fuhr sie auch in die Normandie,  wo sie die Fischer und Matrosen zu kühnen Kreationen inspirierten: Streifen-T-Shirt und Pullis flossen dank Chanel zum ersten Mal in die Damenmode. In Deauville eröffnete sie 1912 auch ihre erste Kleiderboutique. Drei Jahre später folgte Biarritz. Am Grande Plage der Basketstadt spazierte die Feministin im Pyjama, dem Vorläufer des Badeanzuges. Gabriele Chanel war auch eine der ersten Frauen, die kurzes Haar trug. Ebenso brach sie die verkrusteten Regeln der Couture. Mit ihrem « kurzen Schwarzen » erfand sie das erste Abendkleid, das eine Frau alleine anziehen konnte.

Chanel circa 1930, D.R.

Chanel circa 1930, D.R.

1919 installierte sie einen Laden und ihr Atelier an der inzwischen legendären rue Cambon in Paris. Drei Jahre später revolutioniere die ehrgeizige Couturiere mit dem « No 5 » den Parfummarkt, denn bisher waren alle Parfumflakons voller Schnörkel. Sie wollte eine pure Flasche, wie sie damals in den Apotheken standen. Schon 1924 stiegen die Brüder Pierre und Paul Wertheimer in ihr Parfumgeschäft ein. Sie baute an der rue Cambon aus. In der dort heute noch erhaltenen Wohnung überrnachtete die Workingwoman jedoch selten. Ihr wahres Heim sei das Ritz, sagte sie. Noch heute trägt die von ihr bewohnte Suite unter dem Dach des Luxushotels ihren Namen. Dort lebte sie mit dem Deutschen Hans-Günther von Dincklage zu Beginn des zweiten Weltkrieges. Heute werfen ihr deshalb verschiedene Historiker Spionage für das deutsche Reich vor. Chanel hatte sich während des Krieges in die Schweiz zurückgezogen. Als sie nach Paris zurückkam, riskierte sie – wie die meisten Geliebten deutscher Soldaten – , dass ihr das Haar in aller Oeffentlichkeit geschoren wird. Offenbar verhinderte Winston Churchill diese Schmach, weshalb eine andere Version ihrer Rolle während des zweiten Weltkrieges besteht: Sie habe versucht, zwischen Deutschland und Grossbrittanien zu vermitteln. Doch der Einsatz « Chapeau de couture » sei gescheitert.

1936, photo Lipnitzki Viollet

1936, photo Lipnitzki Viollet

Chanels erste Modeschau nach dem zweiten Weltkrieg entpuppte sich als Flopp. Mit dem Tweedtailleur schenkte sie dann aber den Frauen die adäquate Kluft zum Herrenanzug. Dieser endete allerdings immer unter dem Knie, denn vom Mini hielt sie gar nichts. Das Knie sei nichts Schönes, sondern ein Gelenk, meinte die Frau, die anschliessend bis ins Hohe Alter von 88 Jahren täglich arbeitete. Sie hasse die Sonntage, weil man da nicht arbeiten könne. An einem Sonntag starb sie auch.

Tailleur 1954

Tailleur 1954

Die in der Schweiz wohnhafte Familie Wertheimer ist noch heute die Eigentümerin der Firma Chanel, die seit den 1980er Jahren dank Karl Lagerfeld weltweit zu einem der wichtigsten Modeplayer aufgestiegen ist. Der deutsche Starcouturier leitet die Kreation sämtlicher Kollektionen seit 1983. « Die Mode entstammt einer lustigen Idee, die sofort verbrennt. Der Stil bleibt, auch wenn er sich erneuert », sagte einst Mademoiselle. Karl Lagerfeld schafft es brilliant, in Chanels Haut zu schlüpfen und ihren unverkennbaren Stil immer wieder aufs neue dem Zeitgeist anzupassen. Die Ambiente im Modehaus bleibt gepflegt, dynamisch. resolut. Viele Direktionsstellen sind von Frauen besetzt. Letztere machen auch die Mehrheit des Personals aus.

 

 

Les Trésors de la Colombie

13-suite-mayor6-ninos14-vistaMalgré du risque d’enlèvement, des vacances en Colombie sont tendance. Le nouvel eldorado touristique attire les globetrotteurs, courageux et frileux de sensations fortes en nature ensorcelante.

En proposant des séjours insolites dans de lodges, de cabanes ou de boutiques hôtels, toute l’Amérique latine a le vent en poupe. Au cœur du Triangle du café, le Casa Caballero Hotel Boutique se trouve, par exemple, au milieu de plantations de café. La Colombie séduit également par ses 300 plages de deux océans différentes, séparés par la zone frontière avec le Panama : côté ouest, vous choisissez le Pacifique sauvage avec son sable noir, à l’est, l’ambiance caribéenne de l’Atlantique, jetant du sable blanc sur la côte la plus cotée de la Colombie : à 34 km de la bouillonnante station balnéaire Santa Marta – la première ville espagnole construite en Amérique du Sud – les plages du Parc national Tayrona compte pour les plus vierges du pays. La Sierra Nevada y étend ses bras jusqu’au littoral, pour former des paysages sublimes constitués de criques et de falaises rocheuses.

Entouré de mangroves, de récifs coralliens et de vestiges archéologiques, les Ecohaps se glissent comme un gant dans leur environnement qu’on observe blotti dans son hamac à l’ombre. Tout est construit en matières naturels locales, comme les feuilles de palmiers qui couvrent les toits et qui tombent devant les fenêtres, servant ainsi de vénitienne. S’il n’y avait pas de parasols bleus à la plage, depuis l’avion, ces villas en forme de champignon géant serait presque invisibles, perchées sur les collines de la forêt, cachées sous la végétation luxuriante d’un parc national de 150 km2, crée en 1964. A l’intérieur des villas, le bois indigène domine le design contemporain. Côté technique et confort, elles sont très bien équipées. Même des spleens luxueux – comme un bain moussant en plein air – sont au rendez-vous.

Un retrait encore plus pointu et hors du commun se passe au cœur des plantations du Triangle du Café, à la Casa Caballero. Le look de l’hôtel est plutôt désuet. Mais bordé de balisiers, d’orchidées et de fougères tombantes on y inspire dès le matin le parfum des plantations. On y profite pour visiter les terres du café colombien dans le Parc National du café à Montenegro, entré récemment au Patrimoine de L’Humanité de l’UNESCO. Ce musée à ciel ouvert permet de plonger dans la culture du café. Un séjour plus classique et plus historique, se passe à La Casa Pestagna & Spa au cœur de Carthagène, se situant à la mer des Caraïbes. Cette ancienne demeure du comte de Pestagna affiche une architecture colombienne de premier ordre. La pousada d’onze spacieuses chambres propose un ameublement colonial, républicain ou Art Déco, mais disposé d’une manière dépouillé dans l’esprit contemporain. Cet oasis au service personnalisé permet de sortir d’un seul pas du silence de l’hôtel dans les festivités au cœur de la citadelle de Carthagène, également classé au patrimoine historique de l’UNESCO. La Casa Pestagna & Spa – qui propose des soins gourmands de chocolat, caviar ou de café – se trouve à quelques pas de la cathédrale, des incontournables restaurants, tout comme de La Maison de L’Inquisition ou du Musée d’Art Moderne.

L’autre highlight se passe dans le Pacifique, à 1000 km au large de l’Equateur. La visite des îles Galápagos est possible en faisant escale sur terre dans les lodges de Red Mangrove, installés depuis 1995 sur trois îles : Santa Cruz, Foreala et Isabela . Ressemblant à des bunkers modernes, l’Isabela se situe directement à la plage. Très ethno-chic, l’Aventura à Puerto Ayora sur Santa Cruz est l’adresse la plus classique du trio. Elle permet d’explorer les cratères volcaniques au sommet de l’île ou l’intérieur minéral surréaliste d’un tunnel de lave. Sur les plages et les îlots environnants, on part nager parmi les otaries, on s’approche des îlots de Las Tintoreras, habitat naturel de nombreux iguanes, pingouins, requins et tortues. Au Floreala Lodge sur l’île du même nom, la moins peuplé de l’archipel, le séjour dans de chaleureuses cabanes sert de base d’expédition dans cette splendide et mystérieuse faune et flore unique. Construit en bois locaux, ces « cabines » se passent de télés et de téléphones; le bien-être se contente de l’air conditionné, d’un radio réveil, de l’eau chaude.

Bien plus huppé, la Jet set prend d’assaut Punta del Este, le Saint-Tropez sud-américaine en Uruguay. D’abord prisé par la crème argentine, les américains et les personnalités du monde entier y affluent aujourd’hui : Sting, Albert de Monaco, Karl Lagerfeld. A la pointe d’une langue de terre, à la paisible plage La Barra, le nouvel hôtel Fasano est d’une sobriété contemporaine époustouflante. Le spa est en béton ; la piscine creusé dans la roche. Ce n’est pas toujours beau, mais les bâtiments rectangulaires – en verres, cuivre ou béton – de l’architecte brésilien Isay Weinfeld offrent une mise en scène harmonieux. Entouré du purisme vintage coloniale, les fenêtres de plain-pied apportent à l’intérieur la sensation d’embrasser les 480 hectares de prairie. L’hôtel se composant de 32 bungalow-suites et d’un golf de 9 trous est le seul établissement de la famille Fasano hors du Brésil. Spa, centre d’équitation avec un terrain de Polo et tennis sont sur place, mais les deux plages les plus chauds de Punta del Este, la Barra et José Ignacio, suffissent en elles-mêmes afin de se croire en paradis.

Publié dans COMMERCE INTERNATIONAL, Edition Juillet 2012

Casa Pestagua Hotel Boutique Spa*****
Calle de Santo Domingo 33-63
Cartagena de Indias
Colombia
0057(5) 664 9510
http://www.hotelboutiquecasapestagua.com
7 jours et 5 nuits d’hôtel avec
petit déjeuner américain, à partir de 1490 Euros par personne, vol incluse, chez http://www.mango-dreams.fr

Ecohaps Tayrona
Santa Marta
Colombia
0057.5.423.11.23
http://www.ecohabsantamarta.com/ecohabs-tayrona
villas jusqu’à 4 personnes à partir de 178 Euro la nuit
http://www.colombia-travel/fr y propose des séjours organisés

Hotel Fasano Las Piedras Punta del Este*****
Cno. Cerro Egusquiza y Paso del Barranco
La Barra, Punta des Este
20400, Uruguay
00598 (55-11) 3896-4000
22 chambres et 10 suites à partir de 314 Euros
http://www.lhw.com/fasanolaspiedras

Casa Caballero Hotel Boutique
Autopista del Café
Pereira, Via Armenia
Colombia
0057 310 42 36826
http://www.casacaballerohotelboutique.com
1 nuit à partir de 284 Euros

Red Mangrove Aventura Lodge
Avenue Charles Darwin
Puerto Ayora
Santa Cruz
Galapagos Islands
(593 5) 252 65 64
http://www.redmangrove.com/lodging/aventura.html
12 chambres

Red Mangrove Isabela Lodge
Ave. Conocarpus
Puerto General Villamil
Isabela
Galapagos Islands
(5935) 301 70 69
(5935)252 90 30
http://www.redmangrove.com/lodging/isabela.html
8 chambres

Red Mangrove Floreano Lodge
Playa Negra
Puerto Vesasco Ibarra
Floreano
Galapagos Islands
(5935 5 )252 49 05
http://www.redmangrove.com/lodging/floreana.html
10 cabines

« Voyage inédit » y organise des séjours personnalisés à partir de 1335 Euros pour 4 nuits, hors vols internationaux. http://www.voyageinedit.com/equateur/mini-circuits-equateur/extension-dans-les-galapagos-entre-terre-et-mer.html