Das Aus für Sonia Rykiel

Ohne die Maschenkönigin läuft ihr Modehaus nicht mehr: Zwei Jahre nach dem Tod der Gründerin wird Frankreichs intellektuellstes Label liquidiert.

Ob sexy oder salopp in schwarzem Plüsch oder Spitzen, bei Rykiel war immer alles total bequem und dennoch hochstilisiert, vom spitzen Stöckelschuh bis zum Haarschmuck. Rykel – das war ein Stil, eine geschmeidige, elegante Silhouette; ein kühner Blick unter der Stirnfranse hervor. Rykiels leuchtende Ringelpullis standen im Kontrast zu ihren Zigaretten rauchenden Frauen, ganz in Schwarz. Die aus dem Bürgertum stammende Sonia Rykiel hat fast so viel wie Yves Saint Laurent oder Coco Chanel zur Emanzipation der Frau beigetragen. Diesen Sommer aber hat das Handelsgericht von Paris nach drei Aufschüben nun doch entschieden, das 51jährige Modehaus zu liquidieren.

Dank der 2018 nach ihr benannten Pariser Allee bleibt zum Glück in ihrem Stammviertel Saint-Germain-des-Prés eine Spur der einflussreichen Modeschöpferin, die die sichtbaren Nähte und abgeschnittenen Säume lanciert hat. Ein Trend, den später die Modedesigner in Japan und Belgien kopierten. Dass nur sie und kein anderer Modeschöpfer in der französischen Hauptstadt eine eigene Strasse besitzt, unterstreicht die Bedeutung dieses Labels, das für Freiheit, Lebensfreude und Erotik steht; „die parisischste Parisienne überhaupt“ laut Bürgermeisterin Anne Hidalgo.

Mit der Liquidierung der Marke stirbt die Intellektuelle ein zweites Mal, die mit ihrem Firmensitz in Saint-Germain-des-Prés das Stadtviertel seit den Seventies geprägt, Mode und Literatur vereint hat. Ihr Modehaus stand und fällt mit der 2016 im Alter von 86 Jahren an Parkinson verstorbenen Modeschöpferin und Schriftstellerin, die immer samt Notizbuch und Filzstiften unterwegs gewesen war. Sie hatte zwar ihr Label bereits vier Jahre vor ihrem Tod an die Hongkonger Holding  First Heritage Brands verkauft, die jetzt mit 30 Millionen Verlust (2018) aufgibt. Denn auch der Umsatz ist um das Dreifache geschmolzen. Den neuen Eigentümern ist es misslungen, Rykiels einstigen Familienbetrieb, der während 40 Jahren florierte, der internationalen Generation Y schmackhaft zu machen. In den letzten Jahren waren die meisten Kundinnen über fünfzig.

Der Grösse einer Rykiel entsprechend, hätte man wohl besser einen Stardesigner eingestellt anstatt die schwierige Neuinterpretierung ihres einzigartigen Stils diskreten Designern anzuvertrauen. Rykels Nachfolger hatten zu viele Ideen in einer Kollektion vereint. Fad wirkte nun plötzlich der Sportswear-Chic, den die Französin überhaupt erfunden hatte. Sogar die zum fünfzigjährigen Bestehen des Labels präsentierte Manifesto-Kollektion wurde zum Flopp. Seit letztem April hat das Handelsgericht von Paris verbissen nach einem neuen, solventen Investor mit einem soliden Projekt gesucht. Umsonst. Das Label wird aufgelöst, und die 133 Personalmitglieder entlassen.

Seine Neulancierung ist auch am verpassten digitalen Einstieg gescheitert. Ausserdem bleibt das Label in Asien so gut wie unbekannt. Denn es handelt sich um eine erzfranzösische Marke, das  rund die Hälfte des Umsatzes schon immer in Frankreich gemacht hat. Sonia Rykiel bot aber in den Seventies als eine der ersten Modeschöpfer überhaupt, Designermode von der Stange an. Als Vizepräsidentin der offiziellen Syndikatskammer war die Frau mit der karottenroten Mähne eine Pionierin ausdrucksstarker, perfekt inszenierter Modeschauen.

Eine Rykiel-Show war immer ein fröhliches Fest. Oft lancierte sie den gleichen Look an allen tanzenden Models, von Kopf bis Fuss, jede in einer anderen Farbe. Dieser optimistische Zeitgeist ist vorbei und ihre ausgelassene Stimmung, ihr Sinn für Sinnlichkeit, wurde nie mehr erreicht. Ihre Aufschriften in Strass symbolisierten die verbale Emanzipation, der Zungenschlag der Frau, die sagt, was sie sagen will. Den langen Maschenkleidern, dem Plüsch und den üppigen Wollfransen neue Botschaften einzuhauchen, schaffte zuerst noch ihre Tochter Nathalie. Seit sich aber auch diese zurückgezogen hat, funktionierte das Kulturgut ihrer Mutter nicht mehr. Denn diese hatte ihr Wesen, den Genuss des Exquisiten, die unabhängige Weiblichkeit, ihren Entwürfen regelrecht einverleibt.

Photo: zvg par Sonia Rykiel

LUXUS ANSTATT TURNSCHUHE

Der französische Konzern Kering trennt sich von Puma, um ein reiner Luxusplayer zu sein, denn seine Nobelmarken Saint Laurent, Gucci und Balenciaga sind heute begehrter denn je.

Mit seinem verspielten Mustermix am gleichen Look hat Chefdesigner Alessandro Michele Gucci in ein neues Zeitalter befördert

Die einst in der Bretagne mit einem Möbelunternehmen begonnene Saga der Familie Pinault gipfelt heute in einem sagenhaften Triumpf: Mit einem Umsatz von 15,5 Milliarden Euros (2017) figuriert sie nun unter den weltweit grössten Luxusgüterkonzernen. Dabei hat vor zehn Jahren der Anteil des Luxus des damals noch PPR (Pinault-Printemps-Redoute) genannten Unternehmens nur 17 Prozent ausgemacht. Heute sind es 71 % des Gesamtumsatzes vor allem dank Kerings legendärer Modemarken Gucci, Saint Laurent und Balenciaga. Das Wachstum der noch im Konzern gehaltenen Sport- und Lifestylelabels ist hingegen weit bescheidener ausgefallen. Deshalb trennt sich Konzernleiter François-Henri Pinault nun von Puma und verteilt die Mehrheit der Aktien des deutschen Turnschuhproduzenten an die Kering-Aktionäre.

Denn der Erfolg im Luxussegment ist phänomenal:  Dank genialen Chefdesignern ist Guccis Umsatz um mehr als vierzig Prozent auf 6,2 Milliarden gestiegen, und Saint Laurent sitzt ebenfalls wieder fest im Sattel. Die Millennium-Generation steht zudem sehr auf Balenciaga, das 100jährige Nobellabel mit dem unverkennbaren architektonischen Stil, in den der erfolgreiche Chefdesigner Demna Gvasalia nun Streetwear einfliessen lässt.  Klar haben die markenübergreifenden, neu eingeführten Produktionsabläufe, die Umstellung auf eine nachhaltige Fabrikation und der Glamour von Pinaults Ehefrau, der mexikanische Schauspielerin, Regisseurin und Produzentin Salma Hayek, viel zum modernen Image des Konzerns beigetragen, der weltweit 44 000 Mitarbeiter, darunter 60% Frauen beschäftigt. Diese zu fördern steht für Pinault dank Hayek im Vordergrund: „Meine Frau hat mich sehr beeinflusst, was die feministische Problematik betrifft“, betont der 56jährige Konzernleiter, Vater von drei Kindern, davon zwei aus erster Ehe. Salma Hayek (51), die den Sohn des Firmengründers François Pinault in Venedig kennengelernt und 2009 geheiratet hat, setzt sich als Aufsichtsratsmitglied der Fondation Kering international für die Frauenrechte ein.

Dass die Pinaults heute in der Highfashion die Nase vorne haben, ist jedoch vor allem ihren Chefdesignern zu verdanken, die am richtigen Ort eingestellt worden sind:  „Um das Ziel eines modernen Luxus zu erreichen, der auf einem kreativen Risiko basiert, vertrauen wir die Universen der Marken einzigartigen Talenten in totaler Freiheit an“, erklärt der stets krawattenlose Konzernleiter. Als sein Vater, der eingefleischte Kunstsammler François Pinault Ende der 1990er Jahre Yves Saint Laurent und Gucci kaufte, gelangen ihm zwei goldene Schachzüge auf einen Streich: Gucci steckte damals voll in der von Tom Ford mit heissem Sexappeal entfachten Erfolgsepoche, und der wenige Jahre später verstorbene Yves Saint Laurent war einer der einflussreichsten und bekanntesten Couturiers aller Zeiten. Damals amtete der eklatante Amerikaner Tom Ford gleichzeitig als Chefdesigner beider Marken. Zwar hatte er dem Florentiner Label neuen Glanz eingebracht. Saint Laurents reiches Erbe ging er hingegen zu zaghaft an. Nach Fords Ausstieg stellte Sohn François-Henri Pinault jedoch 2012 mit Hedi Slimane einen der weltweit besten Chefdesigner an, der erst noch Yves Saint Laurent persönlich gekannt und geschätzt hatte. Mit seiner rockigen Allüre hat Slimane das Seventy-Label neu etabliert. Plötzlich wollten sich wieder alle, die es sich leisten konnten, ein Stück Saint Laurent erhaschen.

Gleichzeitig floppte jedoch Gucci ohne Ford bis Pinault vor zwei Jahren dem langjährigen Studio-Mitarbeiter Alessandro Michele die Regie übergeben hat, der einen radikalen Imagewechsel vollzieht und Fords vulgäre Sexiness verbannt. Das Konzept des Römers eines fröhlichen Spiels mit allen erdenklichen Mustern und Farben am gleichen Look haben dem 46jährigen die Ernennung zum weltweit besten Designer des Jahres 2016 eingebracht. Und Gucci Umsatz stieg spektakulär um fast fünfzig Prozent.

Bei Saint Laurent hingegen findet seit zwei Jahren das Gegenteil statt: Dort entwirft Slimanes Nachfolger, der 36jährige Anthony Vaccarello, extrem erotische Kollektionen. Seine Werbekampagne mit einem Rollergirl, das freizügig den Slip zeigt, machte Skandal, doch sein Rezept mit unendlich langen Beinen unter Superminikleidern, die wie ein Schild wirken, das die Nacktheit schützt, geht auf: 2017 ist Saint Laurents Umsatz nochmals um zwanzig Prozent auf 1,5 Milliarden gestiegen.  Dabei hatte Pinaults Erzkonkurrent, LVMH-Konzernleiter Bernard Arnault mit „Die Redoute steigt in den Luxus ein!“ gewitzelt als ihm ersterer 1999 Gucci unter der Nase weggeschnappt hatte. Denn damals gehörte kein Luxus zum PPR-Konzern, sondern vor allem das Versandhaus La Redoute, das Warenhaus Le Printemps und die riesigen Buchhandlungen und Schallplattengeschäfte FNAC. Von allen dreien hat sich der Konzern jedoch inzwischen getrennt

Christian Dior: Masslos und unvergänglich

Die Ausstellung Christian Dior – Couturier du Rêve im Pariser Musée des Arts décoratifs ist ebenso grossartig wie die 70jährige Geschichte des weltberühmten Labels.

Unter zwei Stunden kommt niemand wieder hinaus. Das Ausstellungsangebot ist uferlos, genauso masslos und doch pedantisch wie es der 1905 in der Normandie geborene Christian Dior gewesen sein muss. Müde und leer wirkt allerdings sein Blick auf allen ausgestellten Fotos und Gemälden. Denn der ursprüngliche Student politischer Wissenschaften, Zeitungsillustrator und Galerist musste bereits mit einigen Schicksalsschlägen leben, als er 1946 sein Modehaus an der Pariser Avenue Montaigne eröffnete: Seine Mutter, die ihm mit ihrer grossbürgerlichen Eleganz das Modeflair eingehaucht hatte, war 1931 gestorben; sein Vater, ein Düngerfabrikant, in Konkurs gegangen. Nicht nur Christians späterer Freund, der Surrealist Jean Cocteau hat „Dior“ mit Gott und Gold (Dieu et Or) verglichen. Mit „Diors Dünger ist Gold Wert“ hatte schon Papa Reklame gemacht. Umsonst. Lire la suite

Fittness-Insel Oléron

Auf Frankreichs grösster Atlantikinsel braucht man kein Auto. Ein 150 Kilometer langes Radwegenetz erlaubt freie Fahrt durch Wälder und Felder, entlang der Sandstrände und der Salzkanäle. Kultur, Kulinarik und ausgefallene Sportarten lassen sich am Wegesrand entdecken.

 

Als Nachbarin der noblen, romantischen Ile de Ré gilt die Oléron-Insel als die Wilde, die Aktive. Das steht ihr gut. Viele Lebenskünstler, aber auch regelrechte Künstler leben zwischen den alten, bunten Fischerhütten, die heute als Ateliers dienen. Nicht nur Yves Saint Laurents einstiger Lebens- und Geschäftspartner Pierre Bergé stammt aus Oléron. Zahlreiche Landwirte, Weinbauern, Handwerker und 300 Fischer bewohnen heute das 171 km2 grosse Eiland gegenüber La Rochelle und Rochefort im atlantischen Ozean. Obwohl Frankreichs zweitlängste, älteste Strassenbrücke vom Festland Aquitaniens hinüber führt, braucht man kein Auto auf der… Lire la suite

Mode als politisches Manifest

Mit weissen Armbinden, aufgedruckten Slogans und Einflüssen aller Kulturen wehrt sich die Mode gegen Fremdenhass und Sexismus.

Donald Trumps Wahl ins Weisse Haus und der britische Brexit schleichen sich in die Highfashion. Die Mode des nächsten Winters, die gerade auf den Laufstegen gezeigt worden ist, gleicht einem Manifest für Toleranz und Weltbürgertum. Absichtlich vereinen die Modemacher ganz unterschiedliche Einflüsse in einer Kollektion. Als grösster britischer Modeplayer vermischt etwa Burberry am gleichen Minikleid den germanischen Minimalismus der 1990er Jahre mit romantischen Rüschen der europäischen Siedlerinnen im Amerika des 19. Jahrhunderts. Doch auch die Coolness des afro-amerikanischen Hip-Hops wird … Lire la suite

PARIS nach MASS PARIS sur MESURE

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Erleben Sie die Kultur, Geschichte und Trends mit einer deutschsprachigen Insiderin.

Vivez la culture, l’Histoire et les tendances avec une accompagnatrice avertie.

 

Hier finden Sie einige Ideen. Weitere Besichtigungen, Rundgänge oder Shoppingtouren gestalten wir gerne ganz nach Ihren Wünschen.

Voici quelques idées – nous vous organisons également vos visites ou shoppings sur mesure: 

Von Lutetia zum Louvre – mitten durch das Herzen von Paris

De Lutèce au Louvre – Le cœur de Paris

 

Ile de la Cité – römisches Lutetia (Lutèce romaine, Roman Lutetia)  – Montagne Saint Geneviève – Panthéon – Jardin du Luxembourg – Saint-Germain-des-Près – Louvre.

Epochen: Antike, Mittelalter,Bourbonen, Jazz und Gainsbourg, Sartre und de Beauvoir, die Medicis, Décartes

Epoques: Antiquité, moyen âge, les Bourbons, les Médicis, le jazz et Serge Gainsbourg, Sartre et Beauvoir, Décartes

Dauer/Durée: 3 Stunden/3 heures (zu Fuss/à pied)

 

Von Belleville zum Montmartre 

De Belleville à Montmartre

 

Belleville –  über den einstigen Pass der Buttes Chaumont ins ehemalige Dorf La Villette (par l’ancien col des Buttes Chaumont à La Villette – Goutte d’Or – Sacré Cœur

Epochen: Heinrich IV, Ludwig XV, 19. Jahrhundert, Edith Piaf und Napoleon III, die Einwanderung aus Osteuropa, Afrika und China, die Bobos, Romantik und Industrialisierung, Die Urbanisten des 20. Jahrhunderts

Epoques: Henri IV, Louis XV, 19ème siècle, Edith Piaf et Napoléon III, les immigrants de l’Europe de l’Est, d’Afrique et de Chine, romantisme et industrialisation, les urbanistes du 20ème siècle, les bobos.

Dauer/Durée:  4 Stunden/3 heures (zu Fuss und kurze Metrofahrt/à pied avec un bref trajet dans le métro aérien)

Oder/Ou:

« Von Lutetia zum Eiffelturm » mit Mittagspicknick in den Tuilerien

« De Lutèce à la Tour Eiffel » avec Pique-nique aux Tuileries

Dauer/Durée: 1 Tag/1 journée

« Auf den Spuren von Coco Chanel, Christian Dior und Yves Saint Laurent » mitten durch das « goldene Dreieick » von Paris

« Sur les traces de Coco Chanel, Christian Dior et Yves Saint Laurent » au sein du triangle d’Or de Paris

Dauer/Durée: 1 Halbtag/1 demi-journée

Nachtwanderung

ab 20.30 Uhr, ca. 3 Stunden/dès 20H30 environ 3 heures

 

Reservation und Auskunft

Réservation et informations

oder/ou: 0033 (0)6 08 63 27 89

 

Gewusst? Le saviez-vous? … Lire la suite

Frisches Blut in alten Modehäusern

Fashionweek Frühling/Sommer 2017: Paris hielt letzte Woche den Atem an, denn Saint Laurent, Lanvin und Dior gehören zum französischen Kulturgut. Am Dienstag hat Saint Laurents neuer Designer Anthony Vaccarello (34) die Kürze der Superminis seines genialen, rockigen Vorgängers Hedi Slimane übernommen ohne das nie vulgäre Sexappeal des Firmengründers Yves zu erreichen, trotz Leder, Vinyl, durchsichtiger Seide und enorm tiefen Dekoltees. Bescheiden bezeichnete auch Bouchra Jarrar (45) ihre erste Lanvinshow am Mittwoch als reine Ouverture. Die Französin hat sich dazu nicht am unverkennbaren Stil ihres Vorgängers Alber Elbaz inspiriert, sondern liess die edel geklärte Eleganz der Firmengründerin Jeanne in Satin aufleben mit schwarz-weissen Streifen an männlich geschnittenen Blusen, Hosen und Kimonomänteln. Bei Dior komponiert jetzt mit Maria Grazia Chiuri (52) erstmals eine Frau. Die Römerin hat am Freitag am meisten überrascht: Ganz in Schneeweiss, etwas Schwarz und Rot hat die Virtuose die Einflüsse aus dem Fecht- und Motorradsport mit Korsett-Tops aus Monsieur Diors Fifties romantisch vereint.

Drei Trends des nächsten Sommers

DESTRUKTURIERT                   TRANSPARENT               SCHULTERFREI

 

Kreativdirektor – ein Genie des vernetzten Denkens

In zähen Verhandlungen buhlen die französischen Modehäuser um die weltbesten Chefdesigner. Saint Laurent hat blitzschnell Hedi Slimane ersetzt. Diors Damenabteilung hingegen bleibt weiterhin verwaist.

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Früher entwarf ein Yves Saint Laurent eigenhändig seine Kollektionen allein vor dem weissen Blatt – heute ist der Kreativdirektor längst kein Solist mehr, sondern ein Dirigent, der seinem Team angibt, was es zu zeichnen hat. Er schleift überhaupt am ganzen Image einer Marke. Er muss eine starke Vision besitzen und sich dennoch in die manchmal fast hundertjährige Geschichte eines weltberühmten Traditionshauses einbetten. Diese Auffrischung des globalen Eindruckes ist Hedi Slimane (47) bei Yves Saint Laurent binnen vierer Jahre gelungen. Sogar weit weg vom Pariser Firmensitz, in Los Angeles, hielt das sensible Wunderkind der Modeszene … Lire la suite

Hedi Slimane verlässt Saint Laurent

Was schon seit Monaten in der Modewelt gemunkelt wurde, hat die Keringgruppe nun heute morgen bestätigt: Ihr erfolgreicher Chefdesigner Hedi Slimane verlässt die legendäre Marke Yves Saint Laurent.

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Seit sich der 2008 verstorbene Yves Saint Laurent selbst im Jahre 2000 aus der Prêt-à-Porter-Mode zurückgezogen hatte, ist es keinem anderen Modedesigner so gut wie Hedi gelungen in die Haut des dekadenten Firmengründers zu schlüpfen. Seit 2012 hat der Franzose Slimane das gesamte … Lire la suite

Mit starken Düften die Persönlichkeit ausdrücken

Über zweihundert neue Parfums kommen in diesem Herbst auf den Markt: Betörend schwere Düfte für den Mann, zuckersüsse Symphonien voller Blumen und Früchten für die Frau. Dahinter stecken Marktanalysen und ganze Konzepte, um dem Ego der Generation Y zu schmeicheln.
Parfumtrend copyright esther haldimann
Schwere Wolken von Pfeffer und warmen Gewürzen, orientalischen Hölzern und spritzigen Zitrusfrüchten hängen in Gängen und Aufzügen, so stark und intensiv, dass sie sogar durch Türen dringen. Ein Nachbar mag Diors neues Sauvage, dessen Duft nach Roten Beeren, Geranium, Lavendel und Patschuli über den Balkon herüber schwebt. Noch intensiver, noch tiefer, noch sinnlicher zieht ein Mann, der aus einem Bus steigt, die Umgebung in seinen Bann dank Yves Saint Laurents La Nuit de l’homme L’Intense. Weit süssere Blütendüfte versprühen die Frauen, pudrig unterlegtes Neroliöl aus bitteren Orangen (Elie Saab) oder ganze Symphonien aus Narzissen, Strohblumen, zarten Lindenblüten, süssem Flieder, feinen Akazien und aufdringlichen Mimosen. Auch um Schlemmernoten wie Vanille, Honig, Safran, Milchkaffee, Zimt oder Ahornsirup kommt in diesem Winter niemand herum.

Rosen aus Bulgarien, italienische Pflaumen…

Rechnet man alle von einem bereits bestehenden Parfum abgeleiteten Flanker und limitierten Sonderauflagen ein, kommen im Frühling und Herbst jeweils über zweihundert neue Parfums auf den Markt. Viele Parfümeure setzen den Damen in diesem Herbst allzu typisch feminine, süss-fruchtige Blumendüfte und den Männern einen betörenden Cocktail vor. Doch wer setzt diese Trends überhaupt fest? „Es hat sie schon immer … Lire la suite